Symptome der Gluten-Unverträglichkeit

Die Symptome einer Glutenunverträglichkeit können so unterschiedliche sein, wie die Menschen selbst es sind. Einige Menschen nehmen größere Mengen an Gluten auf und verspüren eine leichte Unverträglichkeit mit leichten Symptomen, wobei andere Menschen hingegen lediglich geringe Mengen essen und schlimmste Symptome aufweisen.

Eine Liste mit genau identifizierbaren Symptomen, welche eine Glutenunverträglichkeit ausmachen, gibt es leider nicht, da die Krankheit bei jeder Person unterschiedlich verlaufen kann. Jedoch haben Mediziner einen Katalog von typischen Anzeichen aufgelistet, welche auf eine mögliche Zöliakie hindeuten können. Dazu zählen bei Kindern neben ständiger Appetitlosigkeit, eine konstante Blutarmut, Verdauungsstörungen, Blähungen, Erbrechen und Untergewicht. Aber auch gelblicher Stuhl, eine Entwicklung bei Kindern, ständige Blässe und Gliederschmerzen können auf eine Glutenunverträglichkeit hindeuten.Auch Konzentrations- und Verhaltensstörungen können ein Anzeichen dafür sein, dass das Kind keine Produkte verträgt, in denen Gluten enthalten ist.

Bei Erwachsenen kommen zu der vorgenannten Auflistung noch ein paar weitere Indikatoren dazu, die Ärzte und Patienten auf eine Zöliakie hinweisen können.
Neben Fett im Stuhlgang und Zahnproblemen, können Depressionen, Müdigkeit und Wassereinlagerungen Anzeichen für das vorgenannte Krankheitsbild sein.
Erwiesen ist, dass bei etwa 15 Prozent der Erkrankten eine Glutenintoleranz eine Diabetes mit sich bringt. Auch erhöht sich das Darmkrebs-Risiko bei Menschen mit der vorgenannten Erkrankung, so dass eine Therapie, sofern die Krankheit erkannt wird, unbedingt begonnen und kontinuirlich fortgesetzt werden sollte.

Wichtig ist insbesondere zu beachten, dass es bei einer vorhandenen Glutenunverträglichkeit selten dazu kommt, dass alle Faktoren parallel auftreten.

Glutenunverträglichkeit erkennen

Eine offizielle Statisik besagt, dass jeder 800ste Mensch an einer Glutenunverträglichkeit leidet. Schätzungen nach zu urteilen, liegt die Zahl jedoch noch weitaus höher, als offiziell angegeben. Die Tatsache, dass die tatsächliche Anzahl an Erkrankten und die geschätzte Menge um ein Vielfaches auseinander gehen liegt daran, dass viele Erkrankte sich ihrer Intoleranz gegenüber Gluten nicht bewusst sind. So werden eigentlich Symptome gar nicht als solche wahrgenommen, da sie mittlerweile zum alltäglichen Leben der Person gehören und auch teils nicht als störend empfunden werden. Dies gilt natürlich nur für leichte Variante der Erkrankungsform.

Üblicherweise kann Gluten als normales Protein von den meisten Menschen verdaut werden, ohne dass besondere Vorkommnisse auftreten. Jedoch ist ein Teil der Weltbevölkerung dazu nicht in der Lage. Diese Menschen sind gluten-intolerant, was mittlerweile als Krankheit anerkannt wurde. Diese nennt sich Zöliakie, sofern die Intoleranz bereits im Kindesalter vorkommt. Erkrankt eine Person erst im Erwachsenenalter, spricht man von Sprue. Da jedoch beide Begriffe denselben Zustand bezeichnen, hat sich als gängige Bezeichnung die Verwendung von Zöliakie durchgesetzt.

Allgemein ausgedrückt, erleiden gluten-intolerante Personen bei Aufnahme von Gluten eine Schädigung im Bereich des Dünndarms, die zu weitreichende, gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. 

Die Zöliakie ist eine genetisch-bedingte Krankheit, welche entweder bereits im Kindesalter auftritt oder bei Erwachsenen nach emotionalen Stresssituationen oder auch Operationen sowie sonstigen Ereignissen auftritt. Durch den genetischen Faktor kommt es daher mit einer 15-prozentigen Wahrscheinlichkeit vor, dass gluten-intolerante Eltern die Erkrankung an ihre Kinder vererben. Es kann durchaus vorkommen, dass Eltern ihren Kindern die Erkrankung durch das Erbgut übermitteln, diese aber nie ausbricht, so dass den Kindern keine Nachteile oder Beeinträchtigungen in ihrem Leben enstehen. Im sechsten Chromosom befinden sich die HLA-Gene, welche die Immunreaktionen des Körpers steuern. Diese arbeiten bei einer Glutenintoleranz nicht in gewohnter Weise, da sie das glutenhaltige Eiweiß nicht entsprechend spalten können.

Letztendlich verursacht also das eigene Immunsystem die Verletzungen am Darm, weshalb die Zöliakie auch als Autoimmun-Krankheit bezeichnet wird. Um sich den Beschädigungsprozess am Darm vorstellen zu können, sollte man wissen, dass dieser rund 4 Meter lang ist und zur Nährstoffaufnahme dient. Dies geschieht über eine Vielzahl an Ausstülpungen und Falten, über welche der Dünndarm verfügt. Die vorgenannte Oberfläche ist zusätzlich mit einer großen Anzahl von Flimmerhärchen übersät, die auch Darmzotten genannt werden. Das Gluten schädigt bei erkrankten Personen eben diese Flimmerhärchen, wodurch sich die gesamte Darmoberfläche im Laufe der Zeit verkleinert. Das führt zu einer verringerten Nährstoffzufuhr, die sich bis in eine Unterernährung und Mangelversorgung ausweiten kann, unabhängig von der tatsächlich in den Körper aufgenommen Essensmenge.

Wissenswertes rund um Gluten

Was ist Gluten? Gluten ist ein Protein, welches in bestimmten Getreidearten vorkommt. Besonders häufig ist es in Weizen zu finden, aber auch in den eng verwandten Getreidearten Roggen, Grünkern, Hafer und Gerste taucht Gluten auf. Bei der Herstellung von Mehlteigen wird schnell deutlich, wieso Gluten auch als Klebe- oder Bindeeiweiß bezeichnet wird. Gluten sorgt dafür, dass Mehlteige ihre charakteristische, gummiartige Konsistenz erhalten. In der Backindustrie hat Gluten daher eine namenhafte Bedeutung, ohne die das Backen von Broten und sonstigen Backwaren in dem Maße, wie es uns heute bekannt ist, nicht denkbar wäre. Gäbe es kein Gluten, könnten nur Fladenbrote und keine Laibe gebacken werden, denn Gluten gibt einem Mehlteig die Fähigkeit, gashaltig zu sein. Jedes Korn besteht zu rund 15 % aus Eiweiß. Zu den enthaltenen Eiweißarten zählen Glutenine, Prolamine, Albumine und Globumine. Gluten bezeichnet ein spezielles Eiweiß, welches die beiden Sorten Glutenin und Prolamin vereint. Die schädigende Wirkung, die Gluten bei einigen Menschen mit sich bringt, entsteht jedoch durch das Prolamin. Jede Kornart besitzt eine eigene Form des Prolamins. Daher kann Gluten teils aus Weizen Gliadin, Gersten Hordein, Roggen Secalin, oder Hafer Avenin bestehen.